Der Bundestagsabgeordneter Eckhardt Rehberg zum Kohleausstieg aus Anlass der Protestaktionen vor seinem Bürgerbüro in Rostock: „Mit der heutigen Entscheidung im Bundestag für einen ganzheitlichen Ansatz für einen Kohleausstieg, hat die große Koalition ein ambitioniertes Ziel für die Bundesrepublik gesetzt. Kein anderes Industrieland unserer Größe steigt gleichzeitig aus der Stromerzeugung durch Kernspaltung und Verbrennung von Kohle aus. Das ist ein gesellschaftspolitisches Generationenprojekt! Meine Kollegen von CDU und CSU, Peter Altmaier und Dr. Joachim Pfeiffer, haben heute vor dem Deutschen Bundestag hinreichend begründet, dass auf dem Weg zu einer umweltschonenderen Energieversorgung Ausgewogenheit herrschen muss, zwischen Versorgungssicherheit und energiepolitischem Ehrgeiz. Besonders wichtig, auch wenn wir in Mecklenburg-Vorpommern nicht von den negativen wirtschaftlichen Folgen des Kohleausstiegs betroffen sind – wir haben eine Verantwortung, nicht nur gegenüber der Natur, sondern zuvorderst gegenüber dem Menschen, der ein Teil derselben ist. Es dürfen diejenigen Regionen nicht auf der Strecke bleiben, die bisher im Bereich der Kohleverstromung in einseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit standen.

Mecklenburg-Vorpommern ist führend im Bereich der Erzeugung erneuerbarer Energien, wir haben eine starke Industrie im Bereich Windkraft. Es muss uns jetzt gelingen die Speicherfähigkeit von Energien herzustellen, das Netz auszubauen, hier sind wir in unserer Region auf einem guten Weg. Aber auch in M-V haben wir Orte und Ortslagen, in denen das Stromnetz schlecht für die Energiewende gerüstet ist. Der Zubau von Anlagen zur Erzeugung und Abnahme erneuerbarer Energien ist eingeschränkt, ein Ausbau bedarf Zeit, dabei gilt es alternative Lösungen zu finden. Nicht bloßer Produktionsstandort für Energie zu sein, sondern die gesamte Wertschöpfungskette über die Speicherung bis zum Verbrauch abzubilden, das muss unser Ziel sein. Die Wasserstoffwirtschaft ist ein solches Feld, auf dem eine Teillösung zur Speicherung von Energie für dezentrale Lösungen erzielt werden kann. Hier können wir im bundesweiten und europaweiten Vergleich in Forschung und Wirtschaft bereits erste Erfolge in Mecklenburg-Vorpommern verbuchen.

Ich freue mich, dass sich so viele junge Menschen in unserem Land kreativ für eine klimaneutrale Energieversorgung einsetzen und die politische Debatte beleben. Die aufgeworfenen Umweltprobleme durch Emissionen, können nur durch technischen Sachverstand beseitigt werden. Damit verbinde ich die Hoffnung, dass sich in Zukunft wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene für einen technischen Beruf oder die Aufnahme eines Studiums in einem MINT-Fach entscheiden. So können wir die Energiewende noch schneller vorantreiben und Wohlstand für unsere Region generieren. Im verabschiedeten Gesetzesentwurf ist ein fortlaufender Prüfauftrag zur Versorgungssicherheit enthalten und bei guten Ergebnissen kann der Kohleausstieg um drei Jahre vorverlegt werden. Jetzt gilt es anzupacken!“