Eckhardt Rehberg: „Den Fluchtversuchen aus der DDR über die Ostsee wurde in der wissenschaftlichen Aufarbeitung bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt über den Beauftragten für die Neuen Bundesländer deshalb ein Drei-Jahres-Projekt der Gesellschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte des Landes Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit einer Fördersumme von rund 300.000 Euro. Besonders wichtig ist das Vorhaben für die vielen Hinterbliebenen derjenigen, deren Fluchtversuche sogar tödlich endeten. Ein weiterer Aspekt ist der Blick auf die deutsch-deutsch-skandinavischen Beziehungen vor dem Mauerfall.

Mit dem nun anlaufenden Projekt, welches zu einem großen Teil von der Forschungs- und Dokumentationsstelle des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Geschichte der Diktaturen in Deutschland an der Universität Rostock realisiert wird, entwickelt sich der Standort Rostock weiter zu einem Zentrum der Aufarbeitung der Zeit der Diktatur selbst und deren Folgen. Dieses Profil gilt es noch weiter zu schärfen! Deshalb wiederhole ich mich, wenn ich mich ganz klar für eine zentrale Unterbringung der Stasi-Unterlagen in Rostock ausspreche. Der derzeitige Streit um den Standort ist für mich umso unverständlicher, auch im Hinblick auf schon getroffene Übereinkünfte. Der Standort weist optimale Bedingungen auf. Historische Authentizität in Verbindung mit Forschung und Lehre und politischer Bildung im Verbund mit dem Arno-Esch-Zentrum stehen außer Frage. “