Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg, mahnt anlässlich des Internationalen Denkmaltages am 18. April zu einem Umdenken in der Kultur- und Denkmalpolitik des Landes:

 „Natürlich ist es erfreulich, dass die zehn landeseigenen Schlösser und Parks aus europäischen Mitteln bis zum Jahr 2020 rund 42 Millionen Euro für Sanierungen erhalten. Andererseits scheint damit das Engagement des Landes in der Kultur- und Denkmalpflege nahezu erschöpft, obwohl unzählige Schlösser, Gutshäuser, Kirchen und andere bauliche Zeugnisse unserer Landesgeschichte der dringenden Unterstützung bedürfen. Allerdings befinden sich diese nicht im Eigentum des Landes, sondern sind in kommunaler, kirchlicher oder privater Trägerschaft. Dahinter steckt enormes bürgerschaftliches Engagement zum Wohle der Entwicklung unseres Landes.

Für Sanierungen nicht im Eigentum des Landes befindlicher Projekte wurden bislang lediglich 2 Millionen Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung gestellt und ansonsten europäische Mittel genutzt, um wenigstens einige Vorhaben unterstützen zu können. Nunmehr werden die bislang vom Land für den Denkmalschutz vorgesehenen EU-Mittel auf die kommunalen LEADER-Aktionsgruppen übertragen. Die Folgen sind jetzt schon deutlich: Im Denkmalpflegeprogramm des Bundes besteht die Gefahr, dass etliche Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern nicht berücksichtigt werden, weil das Land die erforderlichen Kofinanzierungsmittel bislang nicht aufbringen kann.

Die Denkmalprojekte konkurrieren zukünftig dann noch in den LEADER-Gruppen mit den vielseitigsten kommunalen Vorhaben, wie etwa einer Dorfteichsanierung oder dem Spielplatzbau. Das sind natürlich auch wichtige Maßnahmen, jedoch bleiben Denkmalvorhaben dann wohl leider oftmals auf der Strecke.

Mit dem Denkmalpflegeprogramm und einem seit Jahren ergänzenden Sonderprogramm versucht der Bund Sanierungsprojekte zu unterstützen. Aber in Anbetracht der originären Zuständigkeit des Landes und der bundesweiten Antragstellungen kann hier nur in Teilen geholfen werden. Wenn aber diese geringen Bundesmittel, die überwiegend durch die Initiative von Bundestagsabgeordneten ins Land fließen, schon die vom Land jährlich zur Verfügung gestellten eigenen Mittel übertreffen, ist das mehr als bedenklich.

Die Kultur- und Denkmäler erzählen nicht nur die Geschichte unseres Landes, sondern stellen die Grundlage für den zunehmenden Kulturtourismus dar, der vor allem in den küstenfernen Regionen eine enorme Bedeutung hat“, erklärt Eckhardt Rehberg abschließend.