Pressemeldung vom 21.02.2013

Die Mitglieder des Arbeitskreises Küste der CDU/CSU-Bundestagsfraktion trafen am 21. Februar mit Vertretern der Deutschen Marine und Vertretern des Unternehmens Atlas Elektronik GmbH. Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Rolle der Marine zur Beseitigung von Munitionsaltlasten sowie die Entwicklung von Sonartechnologie bei Atlas Elektronik.

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im großen Stil Kriegsmunition in Küstengewässern in Nord- und Ostsee versenkt. Dazu erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Küstenkreises, Eckhardt Rehberg. MdB: „Die Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee spielen eine wichtige Rolle. Die genaue Lage dieser Altlasten ist in den seltensten Fällen bekannt. Hinzu stellt sich die Frage des Umgangs bei der Beseitigung von Munitionsaltlasten neu, da sie potentielle Gefahrenquellen beim Ausbau von Windenergieanlagen auf hoher See, aber auch allgemein für die Schifffahrt, Meeresumwelt, Fischerei und den Wassersport darstellen“. Fregattenkapitän Fritz-Rüdiger Klocke, Fachdezernent für Minenabwehr bei der Einsatzflottille 1 der Marine in Kiel stellte in seinem Vortrag die Fähig-keiten der Marine im Bereich der Minenabwehr vor und erläuterte, wie diese Mittel anhand von zahlreichen Beispielen auch für die Suche und ggf. Beseitigung von Munitionsaltlasten in heimischen deutschen Gewässern eingesetzt werden können. Da die Deutsche Marine nicht unmittelbar zuständig ist, hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die Deutsche Marine gebeten, ein Munitionsversenkungsgebiet vor Kiel zu untersuchen.

Dabei konnten durch die Marine gemeinsam mit der Wehrtechnischen Dienststelle 71 der Marine große Mengen Altmunition lokalisiert werden. Es wird vermutet, dass seit 1914 ca. 170.000 Minen allein in der Ostsee gelegt wurden. Nicht alle davon konnten bis heute vernichtet werden, so dass es trotz intensiver Minensuche nach dem II. Weltkrieg immer wieder auch zu Zufallsfunden kommt. Im Vortrag wurde darüber hinaus deutlich, dass die Kombination von modernster Sonartechnologie auf autonomen Unterwasserfahrzeugen (AUV = Autonomous Underwater Vehicles), Minentauchern und Minenabwehrfahrzeugen nicht nur für die Beseitigung von Seeminen im Krisenfalle geeignet ist , sondern auch bei Flugzeug- oder Schiffsunfällen auf See. Jens Kohlscheen stellte sein Unternehmen ATLAS ELEKTRONIK GmbH als weltweit führend im Bereich der Marine-Technologie vor. Er wies auf die Gefahrenquelle von Munitionsaltlasten und deren Erkennung und informierte dabei über die zu verwendende Technologie, die sich maßgeblich auf die Nutzung unbemannter, autonomer Unterwasserfahrzeuge und hochauflösender Sonare stützt.

Der Einsatz dieser Systeme ermöglicht nicht nur eine genauere und einfachere Klassifizierung von Munitionsaltlasten, sondern reduziert dabei auch gleichzeitig die unmittelbare Gefährdung für deren Bediener. „Wir müssen bei den latenten Gefahren in Nord- und Ostsee den gemeinsamen Blick für innovative Lösungen schärfen. Die Deutsche Marine braucht hinreichend verfügbare, hochprofessionelle und moderne Technologien, um die Gefahrenquelle von Munitionsaltlasten wirksam zu bekämpfen, deshalb ist die Entwicklung neuer Beseitigungsmethoden so wichtig, um Meer und Mensch nicht zu gefährden. Ich freue mich, dass es gelingt innovative Methoden im Umgang mit den Munitionsaltlasten zu entwickeln“, so Eckhard Rehberg, MdB.

 

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