Der Vorsitzende der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Eckhardt Rehberg hält den vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg erarbeiteten und von der Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag gegebenen Rentenreport 2013 für problematisch:

 

„Grundsätzlich frage ich mich natürlich, warum der neuerliche Rentenreport der Volkssolidarität die Studie der Universität Rostock aus dem letzten Jahr zur Lebenssituation Älterer unseres Landes, die immerhin auch eine Grundlage für die Landtags-Enquete-Kommission bildet, nicht einmal ansatzweise erwähnt. Auch inhaltlich scheint der Rentenreport äußert problematisch zu sein: Während behauptet wird, 98 Prozent der Ostrentner würden allein von der gesetzlichen Rente leben, stellt die Studie der Uni Rostock eindeutig fest: ‚In MV beziehen rund 34% der Rentnerinnen Mehrfachrenten und erzielen auf diese Weise ein Einkommen, das seit 2004 jedes Jahr anstieg; 2011 betrug es 1.230 Euro. Die Analyse des Bezugs von Mehrfachrenten zeigt, dass es notwendig ist, sorgfältig zwischen den Aussagen zu Renten und Rentnern zu unterscheiden.‘ Dem Rentenreport der Volkssolidarität zufolge dürften also nur zwei Prozent der Rentner im Osten über zusätzliche Vermögenswerte oder Eigentum aus Wohneigentum oder Zusatzrenten verfügen.

 

Die Armutsgefährdungsquote der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, die in Mecklenburg-Vorpommern in der Gruppe der 50 bis unter 65 Jährigen 21,3 Prozent beträgt, basiert auf einer reinen Betrachtung der Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf. Vermögenswerte, betriebliche Altersvorsorge und vor allem die Hochwertung der ostdeutschen Einkommen um gut 17 Prozent bei der Rentenberechnung finden hier keine Berücksichtigung. Auf dieser Datengrundlage ist eine Ableitung der Altersarmutsgefährdung nicht haltbar.

 

Derzeit haben wir in Mecklenburg-Vorpommern eine schwinden geringe Armutsquote von 1,2 Prozent. Und das, obwohl die zunehmende Arbeitslosigkeit nach der Wende 1989/90 gerade Älteren keine durchgehende Erwerbsbiographie brachte. Die 1990 45 Jahre und älter waren, sind heute in der Rente angekommen. Insofern ist dieser Rentenreport kaum tragfähig, die zukünftige Lebenssituation Älterer zu beurteilen. Daraus abzuleitende politische Forderungen helfen nicht zur Realisierung einer zukunftsfesten Rente.

 

Natürlich werden wir in der Zukunft die Herausforderung bewerkstelligen müssen, für alle Generationen die Rente zukunftsfest zu machen. Gerade das jetzige Modell hat alle Generationen in der Rentenfrage im Blick, indem die Angleichung der Rente von Ost und West schrittweise erfolgt, um die Höherwertung der jetzigen Ostlöhne um mehr als 17 Prozent zu garantieren. Damit wird zukünftige Altersarmut vermieden. Umso unverständlicher ist die Forderung der Volkssolidarität, die Renten unverzüglich anzugleichen. Das bedeutet, dass die Höherwertung der Löhne im Osten wegfallen würde und das Risiko der Altersarmut im Osten steigt“, so Eckhardt Rehberg abschließend.

 

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