„Berlin ist immer eine Reise wert…“

Für mich als Bundestagsabgeordneten trifft der viel zitierte Satz zumindest in den 24 Sitzungswochen im Jahr zu. Sitzungswoche in Berlin heißt für jeden Abgeordneten Anwesenheitspflicht von Dienstag bis Freitag.

Für mich als haushaltspoltischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion bedeutet es aber, bereits am Montag in der Bundeshauptstadt zu sein.
Am Anreisetag heißt es früh aufstehen in Bartelshagen I, Abfahrtszeit in Rostock ist 6:34 Uhr. Am Abend vorher werden die Sachen gepackt. Bahnfahrtzeit ist Lesezeit, aber auch Gesprächszeit im Zug. Manche Mitreisende wollen mit ihrem Abgeordneten reden, diskutieren aber auch streiten.

Ich finde es gut, dass die Leute kein Blatt vor den Mund nehmen.

Im Zug lasse ich die Sitzungswoche über den elektronischen Kalender ablaufen und plane nochmals die Woche durch. Das Reichstagsgebäude und meine kleine Wohnung in Berlin liegen nur zehn Minuten fußläufig vom neuen Hauptbahnhof entfernt.
Ich versuche in Berlin möglichst viele Wege zu Fuß zu bestreiten. Man sitzt eh zu viel an Schreibtischen, in Sitzungen, Ausschüssen usw.

Als Mitglied im Haushaltsausschuss und haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ausschuss und Verkehr und digitale Infrastruktur geht mir die Arbeit und die Terminfülle in der Berlin-Woche und darüber hinaus nicht aus.

Über die Woche gibt es feste Sitzungstermine:

  • Montag – Fraktionvorstandssitung und Landesgruppensitzung;
  • Dienstag – Arbeitsgruppensitzung und Fraktionssitzung
  • Mittwoch – Ausschusssitzungen
  • Donnerstag und Freitag – Plenum des Bundestages.

Hinzu kommen Beratungen in Arbeitskreisen und Parlamentariergruppen und viele weitere Termine. Die ostdeutschen Abgeordneten treffen sich beispielsweise am Dienstag um 8:00 Uhr zur gemeinsamen Sitzung.

Grundsätzlich lege ich meine Schwerpunkte auf Termine, die meine Aufgabenbereiche betreffen und einen Bezug zu den Landkreisen Rostock und Mecklenburgische Seenplatte bzw. Mecklenburg-Vorpommern haben.

Bei der Arbeit im Bundestag benötige ich die Unterstützung von engagierten und motivierten Mitarbeitern sowohl in Berlin als auch in meinem Wahlkreis. Die Betreuung von Besuchergruppen, die Organisation von Berlinreisen in den Bundestag, die fachliche Zuarbeit und vieles mehr gehört dazu. Die Berlin-Wochen sind voll ausgebucht.

Ich lege aber trotzdem viel Wert darauf, möglichst vielen aus dem Wahlkreis die Möglichkeit zu geben mit mir, wenn gewünscht und gewollt, in meinem Bundestagsbüro oder andernsorts ein Gespräch zu führen. Selbstverständlich versuchen wir auch unsere Möglichkeiten zu nutzen, Einzelpersonen, Unternehmen, Vereinen und anderen bei Problemen zu helfen.

Ein gesunder, vertretbarer Lobbyismus muss sein. Die Hälfte des Jahres geht für Berlin weg. Der Wahlkreis darf nicht zu kurz kommen. Auch hier ist ein gesunder Mittelweg das Optimale. Zur Ehrlichkeit gehört: Ich fahre gerne nach Berlin, weil mir die Arbeit Spaß macht, sie interessant ist und weil wir regieren und gestalten können.

Aber am Freitag fahre ich ebenso gerne mit dem Zug zurück nach Hause.